Schnupperecke 12.12.2007  
Kevin & Dörk - eine Weihnachtsgeschichte
von EvilBernd
9,00 Punkte  
11 Kommentare  
Ich erhielt die Tage folgende E-Mail auf meinen Tribalsnap-Artikel, die ich euch einfach nicht vorenthalten kann. Ich habe zur besseren Lesbarkeit ein paar Kommata und Absätze eingefügt, den Rest aber unberührt gelassen. Die Sache ist mit dem Autor besprochen, ich schicke ihm sogar ein paar Lorwyn-Booster und gut ist, naja fast. Aber lest selbst.

"Hallo EvilBernd

Ich weiß, dass du eigentlich Klaus-Michael heißt, aber EvilBernd klingt schon cooler, weswegen ich dabei bleibe. Ich selbst heiße Kevin und habe neulich auf MagicUniverse deinen Text zu dem Aua-Ochsen-Deck gelesen. Eigentlich habe ich ihn gar nicht auf MagicUniverse gelesen, stattdessen hat ihn mir der Dörk ausgedruckt und mitgebracht, damit ich ihn lesen kann.

Dörk heißt eigentlich Dirk, aber wenn man den Namen unsauber ausspricht, wird aus dem I ein Ö weswegen ich und viele unserer Freunde ihn nur noch Dörk nennen. Manchmal, wenn wir so richtig sauer auf ihn sind, er kann schon einigen Unfug machen, oder ihn ärgern wollen, nennen wir ihn "Dork". Das hört er gar nicht gerne.

Dörk auf jeden Fall hat Internet. Ich habe noch keins, da meine Mutter sagt, dass ich mit meinen 13 Jahren zu jung dafür sei und nur zu sehr von wichtigen Sachen wie der Schule oder dem Tischtennis-Training abgehalten werde. Sie meint auch oft, dass aus dem "Dierk" (sie zieht das I sehr sehr lang) deswegen nichts wird. Mütter halt.

Zurück zu Dörk und dem Internet. Dort hat er vor einem Jahr oder so über Magic etwas gelesen und mir gezeigt. Zusammen haben wir uns ein paar Booster und jeder ein Themendeck gekauft und spielen nun fast täglich. Meist bei ihm, weil meine Mutter wie gesagt keine gute Meinung von ihm hat. Außerdem kann er mir dann oft Sachen aus dem Internet zeigen oder ausdrucken. Wie eben deinen Text.

Der Text ist deswegen so passend, weil ich mir, als wir anfingen, ein paar mehr Coldsnap-Booster gekauft habe. Ich habe sogar das Aurochsen-Themendeck! Zusammen mit Dörks Sammlung war es somit sehr einfach das Deck nachzubauen. Uns fehlt nur leider ein Garruk, aber dafür haben wir einen Llanowarelfen reingemacht. Immer wenn ich den jetzt lege, lasse ich mir einen anderen Grund einfallen, wieso es nicht der Planeswalker ist. Dann stöhnt Dörk genervt. Weiterhin spiele ich ein Land mehr. Ein Treetop Village, dass mir der Ladenbesitzer mal geschenkt hatte. Es glitzert nett.

Dörk spielte anfangs immer mit meinen Karten und hat erst zu Lorwyn Geld in das Spiel gesteckt. Seine Eltern geben ihm gerade genug, dass es für das Internet und World of Warcraft reicht. Da war es schon passend, dass er Ende September Geburtstag hat und so seine Sammlung durch die Lorwyn-Karten erweitern konnte. Die Time Spiral-Editionen finden wir übrigens beide doof.

Aber zurück zu deinem Deck. Ich habe es mir also gebaut, weil wieso solltest du sonst einen so langen und wie ich finde durchdachten Text dazu schreiben, wenn das Deck nicht gut ist. Dörk hat sich das Riesendeck gebaut. Der Text war nicht ganz so durchdacht, wie ich finde, das Deck gewinnt aber leider dafür um so mehr gegen die Ochsen. Ihm fehlen nur ein paar dieser zweifarbigen Länder, so dass er sich mit Schneebedeckten aushilft, und der Desolation Giant, dafür spielt er seine Lieblingskarte, Browbeat. Das macht zwar nicht mehr Sinn, tut aber auch keinem weh, wie er sagt. Er sagt auch oft, meistens nachdem er mal wieder gewonnen hat, dass sein Deck ja viel besser sei, weil es mehr Synergien habe und die Manakurve perfekt ausnutzt. Er liest halt viel im Internet, aber als ich ihn fragte, was das bedeutete, konnte er es nicht so richtig erklären.

Da es mit der Zeit langweilig wurde immer nur gegen Dörk und gegen das fette Kind aus dem Tischtennis-Verein zu spielen, meinte Dörk, wir sollten doch mal bei einem dieser freitäglichen Turniere bei uns im Laden in der Innenstadt mitmachen. Da kann man sogar etwas gewinnen. Wir kaufen in dem Laden manchmal Booster und sogar einzelne Karten, obwohl Dörk sagt, dass die im Internet viel billiger sind. Das ist uns aber zu unsicher. Dort habe ich die Search for Tomorrow gekauft und den einen Elfen. Garruk war zu teuer.

Alles lief nun darauf hinaus, dass Dörk und ich letzten Freitag an einem Turnier teilnahmen. Ich sagte dem Dörk, dass er sich im Internet erkundigen soll, was wir alles brauchen, damit wir nicht total unwissend in unser erstes Turnier gingen. Dörk hat es tatsächlich geschafft herauszufinden, dass Würfel und Hüllen wichtig seien.

Hüllen benutzen wir eh schon etwas länger. Dörk hat diese billigen für einen Euro und ich habe meinem Vater eine Packung dieser schicken Hüllen mit der Magickartenrückseite aus den Rippen geleiert. Ich habe manchmal das Gefühl, dass mein Vater auch ganz gerne Internet hätte. Ich arbeite daran.

Da du selbst sicherlich gut genug weißt, wie so ein Turnier abläuft, spare ich mir den Anfang. Der Text wird eh schon viel zu lang. Bei meinem Glück liest du ihn noch nicht einmal ganz, oder lachst nur. Schreibe bitte trotzdem was nettes zurück.

Wir waren, Dörk und mich mitgerechnet, 14 Leute, so dass wir vier Runden spielten. In der ersten Runde darf ich gegen Marco spielen, der mir vorher schon aufgefallen ist, weil er immer sehr laut sprach und die ganze Zeit "lol" sagte. Ich habe zuerst "lohl" verstanden, aber Dörk meinte, dass es "el oh el" geschrieben würde und "lachen" bedeutet. Muss ja ein sehr freundlicher Mensch sein. So war es auch.

Wir mischten beide unsere Decks, Dörk hat mir verraten, dass man auch das Deck des Gegners mischen soll, und als ich fragte, wer anfängt, würfelt er einfach nur mit meinem 20-seitigen Würfel aus dem Coldsnap-Fatpack. Ich benutze den Würfel immer um meine Lebenspunkte zu symbolisieren. Marco hatte keine Würfel, sondern nur Zettel und Stift. Sehr verschwenderische Methode. Er würfelte eine 7 und ich würfelte eine 8, so dass ich nach einem "lol" seinerseits anfangen konnte.

Marco unterhielt sich mit seinem Nachbarn, als ich mir meine ersten sieben Karten anschaute. Es waren sechs Länder und der Garruk. Ich legte also ein Land und sagte Marco, dass er dran sei. Er legte einen Sumpf, spielte eine Karte und sagte, dass ich ihm mal meine Handkarten zeigen soll. Ich gab ihm meine Karten und hörte "lol", während ich mir die Karte durchlas. Für zwei Leben konnte man den Gegner eine Karte abwerfen lassen. Das fette Kind aus dem Tischtennis-Verein spielt ein schwarzes Deck, aber meist nur mit Zombies, da kannte ich die Karte noch nicht. Der Garruk ging also auf den Friedhof und ich starb kurze Zeit später an dem bereits von dir erwähnten Tarmogoyf, der durch die schwarze Karte und den Garruk alleine 2/3 war. Leider hatte ich da keinen Riesenwuchs.

Die zweite Runde begann ich ebenfalls, doch bevor ich mein erstes Land legen wollte, sagte Marco mir, dass er einen Trip nach Paris unternehme. Da bald Weihnachtsferien sind, fand ich das gar nicht so unübel (besser als wie jedes Jahr zu Oma und Opa nach Siegburg zu müssen), doch statt mehr über die französische Hauptstadt zu erzählen, nahm er seine sieben Karten und mischte sie wieder ins Deck. Ich fragte ihn, was er da mache und er erklärte mir, was ein Mulligan ist. Er sagte mir aber nicht, was das mit Paris zu tun hat. Nachdem er fertig gemischt hatte, nahm er noch einen Mulligan, sagte "lol" behielt aber seine fünf Karten. Paris schien ihm nicht zu gefallen.

Ich hatte ein Search for Tomorrow in der ersten Runde, einen Changeling in der zweiten und durch das Search einen Aurochsen in der dritten Runde. Marco legte zwei Sümpfe und begrüßte jede meiner Kreaturen mit einem "lol". Ich wette, seine Deutschnote war nicht sehr berauschend. Er sah so aus, als wäre er so 16 oder 17 Jahre alt. Ob er Internet hat? Er gab schließlich auf, als ich im sechsten Zug meinen Titanen auf den anderen Changeling machte und er immer noch nur zwei Sümpfe hatte. Du kannst dir denken, was er dazu sagte.

Jetzt durfte er anfangen. Ich hatte drei Länder, Garruk, sowie ein Paar Ochsen und einen Riesenwuchs. Du hast übrigens recht mit den Riesenwüchsen. Dörk läuft mit seinen Riesen ständig in einen rein, so dass ich ihn dann immer frage, wer denn nun den Größten hat. Das sagt mein Onkel immer zu meinem Vater und lacht danach.

Marco legte ein paar Kreaturen, ich legte ein paar Kreaturen und irgendwie liefen die ständig aneinander vorbei, so dass ich den Riesenwuchs nie gut anbringen konnte. Irgendwann legte er einen Garruk und ich dachte mir, dass ich das auch könne und legte ebenfalls meinen. Er sagte wieder "lol" und legte seinen auf den Friedhof. Er erklärte mir, dass ich meinen auch in den Freidhof packen sollte, was ich aber verständlicherweise nicht wollte. Wieso auch? Der Schiedsrichter (die sagten alle Judge zu ihm, was ich auch machen werde, weil es kürzer ist) der hinter mir stand und sich mein Spiel anschaute, sagte, dass Marco recht habe. Er meinte Planeswalker wären wie Legenden. Dörk, der neben mir saß, sagte, dass er das mal auf einer Karte gelesen habe und der Judge recht hatte. Du würdest jetzt "Shizz" sagen. Dörk hat mir noch ein paar Texte von dir gezeigt. Leider keine mehr zu dem Ochsen-Deck.

Marco und ich hatten beide jeweils noch 5 Lebenspunkte, doch da ich dran war, und er nur eine seiner Kreaturen ungetappt hatte, konnte ich mit meinen drei Ochsen angreifen. Die trampelten ja schließlich alle und den Riesenwuchs hatte ich auch noch. Marco schien mit dem Angriff gerechnet zu haben, denn bevor er blockte, spielte er ein Sudden Death (ich habe mir den Namen gemerkt, weil ich dem fetten Kind von der Karte erzählen wollte) auf einen meiner Ochsen und blockte dann erst. Nun waren die Ochsen nicht mehr ganz so groß und ich würde ihm nur 2 Schadenspunkte machen, wäre da nicht der Riesenwuchs.

Ich wusste schon was er sagen würde, spielte ihn aber trotzdem. Ein "lol" später hatte ich meine erste Runde gewonnen. Nervös bedankte ich mich bei ihm, packte mein Deck und meinen Würfel zusammen, schnappte mir den Dörk, um ihn ein paar Fragen bezüglich Paris und Planeswalkern zu stellen. Wer wusste, was er mir noch verheimlicht hatte.

In der zweiten Runde saßen Dörk und ich nebeneinander. So konnte ich sehen, wie er sein Spiel mit dem Riesenland begann, Blades of Velis Vel zeigte, den Stalwart legte und erneut die Blades zeigte. Ich kenne diesen Start nur zu gut. Mein Start war nicht viel schlechter, weil ich einen Wald und den Llanowarelfen spielte. Mein Gegner Christian fragte mich da doch allen Ernstes, ob mein Planeswalker in der Reinigung sei. Hier wurde ich rot und Dörk lachte mich aus. Christian erzählte mir, dass er gesehen hat, wie ich gegen Marco gespielt habe, und, dass er das Deck kennt. Da hatte er mir ja was voraus. Er legte eine Ebene und eine weiße Märtyrerin. Die kannte ich, auch wenn ich sie selbst nie spielen würde. Ich mag die Rote mehr.

Es wurde ein sehr langes Spiel. Er gab sich eine Menge Leben, wurde "religiös", wie du geschrieben hast, doch gegen meinen Garruk konnte er nicht so viel machen. Ich nutzte ihn, um entweder Token zu machen, oder meine Scrying Sheets zu entappen, damit ich weniger schneebedeckten Länder zog und etwas fand, was ich ihm an den Hals hetzen konnte. Da kam das Treetop Village. Ich spielte es, enttappte es sofort mit dem Garruk und wollte damit angreifen, als Christian sagte, dass das leider nicht geht. Es wäre wohl nicht klug gewesen zu behaupten, dass Dörk und ich das immer so gespielt haben. Also nutzte ich das Mana aus dem Treetop Village, um seinem Crovax vier Schaden mit dem Mouth of Ronom zu schießen, doch er nahm ihn natürlich auf die Hand zurück. Später gestand mir Christian, dass auch das eigentlich nicht geklappt hätte. Ich habe vergessen warum.

Es war wie gesagt ein langes Spiel. Wir waren sogar die letzten, die noch spielten. Alle anderen schauten uns zu. Irgendwann war mein Garruk unter einem Ring gefangen, aber er hatte nicht genug Leben, um richtig angreifen zu können. Ein Zuschauer fragte Christian, wie es aussieht und er antwortete, dass es gut aussieht, es sei denn "der Kleine geht oll in und hat die Ratte". Ich schaute auf meine Hand, hatte aber weder "Oll In" noch Ratten auf der Hand, sondern sah nur einen Bären auf dem Riesenwuchs und griff mit allem an. Es sollte reichen und ich meine mal wieder ein "lol" gehört zu haben.

Da der Judge meinte, dass zu wenig Zeit für ein zweites Spiel sei, meinte Christian, dass ich dann ja gewonnen hätte. Ich grinste. Dörk grinste auch, weil er ebenfalls gewonnen hatte. Kein Wunder bei dem Start vorhin. Christian fragte mich noch, was ich denn im Sideboard spielen würde.

Du hättest übrigens ruhig mal etwas von einem Sideboard erwähnen können, EvilBernd. Dörk hatte auch keine Ahnung. Solltest du für das Ochsen-Deck ein paar brauchbare Karten kennen, wäre es nett, wenn du mir eine Liste schicken würdest. Christian nannte mir zwar ein paar Karten, die ich aber alle nicht kenne. Er bestand besonders auf die Karte "Choke", doch da ich an diesem Freitag keine Inseln gesehen habe, denke ich nicht, dass sie so gut ist.

Da hatte ich jetzt schon zwei Runden gewonnen, der Dörk auch. Kein Wunder, dass die dich auf MagicUniverse und GerMagic schreiben lassen. Du musst ganz schön berühmt sein für deine Decks. Gerade für die Grünen. Dörk hat da noch eine Liste von dir gefunden. Irgendwas mit "String" im Namen. Ich lasse ihn das später noch mal nachschauen.

Aber es gab ja noch zwei Runden zu spielen.

In der dritten Runde meinte mein Gegner (hier habe ich den Namen vergessen, es waren einfach zu viele Namen an diesem Tag), dass man gerade sein Auto abgeschleppt habe und ich deswegen gewonnen habe. Das war zu einfach. Ich fragte den Judge, ob das möglich ist und er bejahte. So konnte ich dem Dörk beim Spielen zuschauen.

Dörk hatte scheinbar einiges gelernt an diesem Tag. So spielte er einen Kithkin Greatheart in der zweiten Runde, den Jötun Grunt in der dritten (der Gegner hatte einen Shock im Friedhof, der wohl den Stalwart in Dörks Friedhof gegrillt hatte) und in seiner Versorgungsphase der vierten Runde ein Incinerate auf den einzigen Blocker des Gegners, so dass er zwei Karten für den Grunt hatte und für sieben Schaden angriff. Sehr nett. Er nutzte in diesem Spiel sogar den Trick mit den Blades und dem Kithkin Greatheart. Als Brion kam, gab der Gegner auf.

Das zweite Spiel gewann er mit Browbeat, so dass ich mir den Rest der Runde anhören durfte, wie gut diese Karte sei. Ich bin immer noch nicht davon überzeugt. Was denkst du EvilBernd? Drei Mana für drei Karten oder fünf Schadenspunkte sind doch eigentlich ganz gut, aber will man dem Gegner die Wahl lassen? Ich weiß es nicht. Dörk kann da einiges zu sagen, was er auch tat.

Um Dörks Gerede zu entgehen, schaute ich mir Christians Spiel an. Er hatte einen Gegner erwischt, der fast dasselbe spielte. Nur noch mit Inseln dabei. Es war ein noch längeres Spiel als meins und Christians, glaube ich. Es endete hinterher auch mit einem Unentschieden. Christians Gegner war darüber gar nicht erfreut, weil er sagte, dass jetzt ja nur "die beiden Noobs ungeschlagen sind". Dörk wusste was Noob bedeutet und sagte, dass wir keine Noobs wären. Ich sagte "genau" und kam mir irgendwie doof vor.

Aber er hatte recht. Zumindest halb. Dörk und ich waren die einzigen, die bisher alle Spiele gewonnen hatten. Christians Gegner hat nur unentschieden gespielt und war so knapp hinter uns. Dies brachte Dörk auf eine Idee, die er irgendwo mal im Internet gelesen hatte. Er meinte, dass er sich sicher sei, dass wenn einer von uns beiden einfach aufgab, der andere definitiv Erster sein würde. Es hatte ja niemand mehr Punkte. Die Booster würden wir uns dann teilen.

Christians Gegner aus der letzten Runde saß neben uns und bekam das mit und schlug vor, dass wir diese blendende Idee dem Judge erzählen sollten. Wir überlegten ein wenig, aber Dörk fand die Idee weiterhin super. Es war schließlich zum Teil seine. Also standen wir auf, gingen zum Judge und sagten ihm, dass ich aufgebe (Dörk kann etwas positive Energie in seinem Leben gebrauchen, sagt meine Mutter immer) und der Dörk mir etwas von seinen Preisen abgeben wird.

Der Judge guckte verwundert, fragte, wessen Idee das sei und ob Dörk den Vorschlag gemacht hatte. Ich bejahte. Der Judge fragte erneut, ob ich sicher sei und ich bejahte erneut. Auch Dörk sagte jetzt ja. Die anderen Spieler sahen uns zu und als der Judge zu uns meinte, dass er uns dann leider disqualifizieren müsste, hörte ich wieder ein "lol". Der Judge klärte uns über Bestechung auf und sagte, dass er leider keine andere Wahl hätte, Unwissenheit nicht vor Strafe schützt, die ganze Leier halt.

Danach erzählte er uns, dass es okay gewesen wäre, wenn wir uns auf einen "ID" geeinigt hätten, ein "beabsichtigtes Unentschieden" - hier sagte Dörk, dass er davon gelesen habe - und ich sagte, dass wir eben das machen. Doch der Judge meinte, dass es dafür nun zu spät sei. Shizz.

Da gingen wir, ohne Preise und ohne Turniersieg. Ich war wütend auf Dörk und auf Marco und Christian und den Judge und vor allem auf Christians Gegner, da die aber nicht mehr da waren, nannte ich Dörk "Dork". Ganz oft. Fast den ganzen Rückweg lang.

Jetzt bin ich nicht mehr sauer auf Dörk. Ich sitze gerade an seinem Computer und tippe diese Mail, während er Mangas liest und meint, ich solle den letzten Teil der Geschichte weglassen, aber ich denke, was gesagt werden muss, muss gesagt werden.

Es reicht jetzt auch langsam. Unser erstes Turnier war sehr nett, dein Deck war super, der Riesenwuchs ist einfach die beste Karte und ich denke Dörk und ich werden mal wieder auf ein Turnier gehen. Wenn du bis dahin ein neues Deck machst, wäre es nett, wenn du dem Dörk eine Mail schicken könntest. Wenn ich Internet habe, schreibe ich dir selbst mal. Ich hoffe es dauert nicht mehr so lange. So aufregend ist Tischtennis gar nicht.

Grüße
Kevin


PS: Dörk grüßt auch und meint, dass du mal Browbeat in dem Riesendeck versuchen solltest. Wenigstens einen. Du wirst schon sehen. Vielleicht sogar als 61ste Karte."

LF

11 Kommentare

 
  #1Christian Höhn — lol...12.12.2007 - 01:03
Gute Arbeit Herr Evil oder AP oder wer auch immer das Ding "gezaubert" hat hab mich wunderbar amüsiert.
 
  #2EvilBernd  12.12.2007 - 07:16
"oder AP"

Jetzt mal nicht unverschämt werden, so früh am Morgen...
 
  #3Elmar Leitner — Einnert mich an was...12.12.2007 - 11:04
Schöne Geschichte. Das erinnert mich an meinen letzten Lorwyn Draft. Wir hatten einen Magic-Einsteiger, der zum ersten mal gespielt hat. Ich war sein erster Gegner und hab ihm so ziemlich alles erklären müssen was man bei diesem Spiel erklären kann. Beispiel: "So, dann lege ich jetzt den und greif dich an!" "Hmm, schau mal, er bräuchte eine fähigkeit die magic als "Eile" oder "Haste" bezeichnet, damit er angreifen kann, so hat er die Auferstehungskrankheit und kann nur blocken oder Fähigkeiten einsetzen, bei der du die Kreatur nicht Tappen musst." "Was heißt "Tappen"?" :) . Am Schluss hat er die Runde gewonnen. Ich hab mich natürlich innerlich in den Ar*** gebissen weil ich ihm so gut geholfen habe das er letztendlich gewonnen hat, ABER es war an diesem Abend sein einziger Sieg und ausserdem hat er ihn verdient. Ich finde, das man die Unwissenheit von neuen nicht so ausnutzen sollte wie es Christians Gegner gemacht hat . Die Geschichte von Dörk und Kevin hat mir sehr gut gefallen.
 
  #4Georg Schnurr — @EB12.12.2007 - 11:24
Hast Du schon mal dran gedacht, die Geschichte bei einem Verlag einzureichen. Mit der Geschichte könntest Du glatt Funke, Boie, Lindgren und Co. Konkurrenz machen .
 
  #5TMM — mtgblogs.de/tmm12.12.2007 - 12:14
nice one!

übrigens ist das verhalten der gegner ja noch fast im rahmen.. egal, wo ich fnms gespielt habe, gab es immer ein paar leute, die gedacht haben, sie wären die könige der welt, weil sie ihre lokale fnm-szene dominieren. da könnte ich jedesmal kotzen, wenn so spastis meinen, den dicken markieren zu müssen und neue / unerfahrene spieler verunsichern und ihnen die lust an magic-turnieren nehmen.

es ist einfach so arm, überheblich zu sein, weil man ein paar fnms gewonnen hat. wenn dann jemand den "local hero" doch besiegt, war das natürlich nur glück und man kann ja gar nicht spielen und sein rating ist jetzt total kaputt.. dass es ihn vermutlich gerade mal 2 punkte kostet, gegen mich zu verlieren, erwähne ich nur dann, wenn ich mich wirklich ärgere.

da merkt man dann auch, wer noch eine einigermaßen ordentliche erziehung genossen hat und wegen solcher "erfolge" nicht andere spieler herablassend behandelt. ich jedenfalls weiß, dass mir immer noch sehr viel in diesem spiel fehlt, auch wenn ich im schnitt vielleicht 4 von 5 fnms gewonnen habe. fnms sind für mich reine fun-turniere, die dazu dienen sollen, dass neue und/oder fun-spieler sich ein bisschen duellieren können und von den besseren leuten lernen!

ich jedenfalls bin dankbar, vor etwa drei jahren eine super fnm-szene in mannheim gefunden zu haben, um das spiel zu lernen. ich hab gerade mit dem spiel angefangen und hab mir mit der zeit von den "großen" abgeguckt, was die so machen, um zu gewinnen, bis ich selbst gewonnen habe :-P

in koblenz war es dann z.b. wieder anders rum, da habe ich so neun von zehn fnms gewonnen, war aber immer darum bemüht, meinen gegnern zu erklären, was sie besser machen können, allerdings nicht im "lülülül, da hast du es verbauert"-style. ich lasse da auch leute fehler zurücknehmen und erkläre ihnen, dass die leute, die sie nicht mehr permanents enttappen lassen, wenn sie schon eine karte gezogen haben, nicht recht haben..

wenn man jede woche das fnm mit beliebigen decks sweept, stagnieren doch die eigenen skills oder degenerieren sogar
dementsprechend sollte das ziel sein, den "nachwuchs" zu fördern und zu ernsthaften konkurrenten zu machen, von denen man was lernen kann!

puh, das war jetzt ein langer und emotionaler kommentar, aber das musste mal gesagt werden!!!
 
  #6Daniel Wagner — @TMM12.12.2007 - 17:00
Word!
 
  #7Lars Luckhaupt — Dieser TMM12.12.2007 - 17:38
WIe er mich immer wegluckt und damit mein Rating kaputt macht :P
 
  #8Daniel Müller — bla12.12.2007 - 22:48
#5 will wohl den Kommentar des Monats machen? Ne Spaß du hast was das angeht absolut Recht.
 
  #9Martin Helbig — my 2 cents12.12.2007 - 23:24
Also ehrlich: Ich bin fast gerührt. Was heißt fast, ich bin es wirklich. Das ist so mit das Emotionalste, was ich jemals in Verbindung mit bunten Karten gelesen habe.
Irgendwo in einer ganz fernen Vergangenheit, jenseits von Turnierspiel und der krampfhaften Suche nach dem besten Deck, als die Karten noch eine wunderbare Welt darstellten und Bilder hatten, da mag ich auch mal so gefühlt haben wie dieser Protagonist.

Was den Ausgang betrifft, kann ich das Urteil des judges nicht verstehen. Wahrscheinlich war er nicht zertifiziert, denn wie kann man denn die Umstände in diesem besonderen Fall nicht berücksichtigen? Das ist immerhin ein FNM (!) und nicht REL Competitve. Wenn es selbst auf einem PTQ (ich war dabei) für ganz offensichtliche Outside Assistance keinen DQ gibt, weil der Betreffende quasi nie Turnierspiel praktiziert und ehrlich erschrocken war (ich fand die Entscheidung gerecht btw.; außerdem wurde der Gamestate nicht nachhaltig verletzt), dann kann ich es in überhaupt gar keinem Fall nachvollziehen, wie man so blind den Regeln folgen kann. Das zeugt von finsterstem Mißverständnis des Sinnes einer FNM-Turnierserie und ist so anfängerfeindlich, dass es überhaupt nicht mehr schön ist.
Über die &%$§/&" Spielerschaft, welche Anfänger noch extra aus Neid in den DQ hineinredet, da lasse ich mich jetzt einfach mal nicht aus. Sowas ist einfach eine grässliche Schande für die gesamte Community, wenn es sowas überhaupt noch geben sollte...

Ein ganz großes Dankeschön an Evil für diesen Post.
 
  #10Sebastian Abresch14.12.2007 - 12:33
Schreibst wie n 13-Jähriger.
 
  #11Falko Görres — @ #923.12.2007 - 18:14
Es gibt keine besonderen Umstände. Das hat nichts damit zu tun, ob der Schiedrsichter zertifiziert ist oder nicht, denn auch jeder zertifizierte Schiedsrichter hätte hier, würde er die DCI-Regeln befolgen, keine andere Wahl als die beiden Spieler zu disqualifizieren. Die casual-Atmosphäre eines FNM und die Erwartung, wieviel der Regeln die Spieler wissen müssen, ist bereits in das REL "Regular" von FNM-Turnieren "eingebaut", deshalb sind viele Strafen auf diesem REL geringer als auf wichtigeren Turnieren. Es gibt aber eben Vergehen, für die auf jedem REL die Strafe eine Disqualifikation ist. Das mag Dir passen oder nicht, aber der Schiedsrichter hat tatsächlich, wie im Artikel steht, keine Wahl.
 

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